Immer mehr Dampfer und Hobbybastler beschäftigen sich mit dem Thema liquids selber machen, weil es erlaubt, Aromen individuell zu kombinieren, Kosten zu senken und Qualitätskontrolle in die eigenen Hände zu nehmen. In diesem ausführlichen Leitfaden erfahren Sie, wie Sie Schritt für Schritt einfache DIY-Rezepte umsetzen, welche Basen und Aromen sinnvoll sind, und welche Sicherheitsregeln beim Umgang mit Nikotin und Propylenglykol beachtet werden müssen. Dieser Text bietet praktische Tipps, häufige Fehlerquellen und lösungsorientierte Anleitungen — ideal für Einsteiger und Fortgeschrittene gleichermaßen.
Der Ausdruck beschreibt den Prozess, eine E-Liquid-Mischung aus mehreren Komponenten selbst herzustellen: Base (PG/VG), Aroma(s), eventuell Nikotin und ggf. Zusatzstoffe wie Süßungsmittel oder Farbstoffe. Wer liquids selber machen möchte, entscheidet selbst über Konzentration, Geschmack und Viskosität. Dadurch entstehen maßgeschneiderte Liquids für den eigenen Verdampfer.


Bevor Sie anfangen, sollten Sie die folgenden Komponenten und Werkzeuge bereithalten:
Der sicherste Weg ist, stark nikotinhaltige Lösungen nur in verschlossenen, beschrifteten Behältern aufzubewahren und immer mit Handschuhen zu arbeiten. Falls Hautkontakt mit einer nikotinhaltigen Lösung entsteht, sofort mit Wasser und Seife spülen. Kinder und Haustiere müssen vollständig vom Arbeitsbereich ferngehalten werden. Beim Transport sollten die Flaschen sicher verschlossen und separat gelagert werden. Beachten Sie außerdem die gesetzlichen Bestimmungen in ihrem Land.
Beim liquids selber machen ist korrektes Rechnen entscheidend, um die gewünschte Nikotinstärke und Aromen-Konzentration zu erreichen. Beispielrechnung: Für 100 ml Endvolumen mit 3 mg/ml Nikotin benötigen Sie bei einer Nikotinbase von 20 mg/ml 15 ml dieser Base (100 ml * 3 mg/ml / 20 mg/ml = 15 ml). Die verbleibenden 85 ml bestehen dann aus Base und Aromen. Aromen werden in Volumenprozent angegeben; typische Werte liegen zwischen 5 % und 15 % pro Aroma, abhängig von Stärke und Herstellerempfehlung.
Ein einfaches Mischschema für Einsteiger (100 ml Endvolumen):
• 70 ml VG
• 15 ml PG (oder Nikotinbase, je nach Bedarf)
• 10 ml Aroma (je nach Rezept, z. B. 10 %)
• 5 ml eventuelle Ergänzungen (Smoothener, Sweetener)
Dieses Rezept ist ideal für Anfänger, die frische, saubere Aromen mögen. Zutaten für 50 ml Endvolumen:
• 35 ml VG
• 12 ml PG (oder Nikotinbase, je nach gewünschter Stärke)
• 3 ml Fruchtaroma (z. B. Beere, Zitrus) — entspricht 6 %
Schritt-für-Schritt: Messen Sie alle Bestandteile mit Spritzen ab, geben Sie zuerst VG, dann PG/Nikotin, anschließend das Aroma hinzu und verschrauben Sie die Flasche. Schütteln Sie die Mischung kräftig für mindestens 60 Sekunden. Lassen Sie das Liquid 3 bis 7 Tage reifen (Steeping), wobei tägliches Schütteln den Geschmack beschleunigt.

Für Liebhaber von Sahne- und Dessertaromen: 30 ml VG, 15 ml PG/Nikotinbase, 4 ml Vanillearoma, 1 ml Sahne-/Butterscotch-Additiv für 50 ml Endvolumen. Aromen in kleinen Schritten hinzufügen und nach jedem Schritt kosten (testen mit einem Probefläschchen und einem Tröpfchen auf einen Docht), damit das Ergebnis nicht zu süß oder künstlich wird.
Tabak-Mischungen sind oft komplexer: Kombination aus Tabak-Aroma, leichtem Vanille- oder Karamellanteil und einer klaren Basis. Beispiel für 50 ml: 30 ml VG, 15 ml PG/Nikotin, 4 ml Tabakkonzentrat, 1 ml Karamell. Tabakaromen profitieren meist von längerer Reifezeit (Steeping): 2 bis 4 Wochen können nötig sein, um das volle Profil zu entfalten.
Der Reifeprozess sorgt dafür, dass Aromen sich verbinden und „rund“ werden. Kurze Steeping-Zeiten (1-7 Tage) reichen für viele Fruchtaromen; komplexe oder puddingartige Mischungen benötigen oft mehrere Wochen. Lagern Sie Ihre Flaschen dunkel und kühl; gelegentliches Schütteln hilft, die Moleküle zu vermischen. Mit einem Tropfentester können Sie zwischendurch probieren — Achtung: Nikotinhaltige Proben nur mit Vorsicht testen.
Zu hohe Aromenkonzentration: Ergebnis oft künstlich; Lösung: Verdünnen und erneut reifen lassen. Unangenehme Schärfe: Meist hoher PG-Anteil oder zu viel Nikotin; Lösung: mehr VG oder niedrigere Nikotinkonzentration. Schlechtes Mündgefühl: Manchmal schlechte Aromenqualität oder falsches Verhältnis PG/VG. Testen Sie Alternativen und sechstufige Anpassungen, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen.
Informieren Sie sich über geltende Vorschriften in Ihrem Land bezüglich Nikotin, Verkauf und Lagerung. Achten Sie auf hygienisch saubere Arbeitsbedingungen: sauberer Tisch, desinfizierte Messgeräte und kindersichere Beschriftung. Entsorgen Sie Reste fachgerecht und niemals offen zugänglich.
Wer tiefer einsteigen will, kann mit Reifemethoden wie Ultraschall, Wärme (vorsichtiges Erwärmen, nie über 40-50 °C) oder mit Maturation-Phasen experimentieren. Aromenmischungen mit mehreren Schichten (Top-Notes, Middle-Notes, Base-Notes) führen zu komplexen Geschmackserlebnissen. Dokumentation und kleine Testserien helfen, kontrolliert zu arbeiten.
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Füllen Sie fertige Liquids in dunkle Fläschchen, etikettieren Sie mit Zutaten und Datum, und lagern Sie kühl. Kleinere Testchargen sind sinnvoll, bevor Sie größere Mengen mischen. Für Nikotinbasen verwenden Sie nur zugelassene, ordnungsgemäß gekennzeichnete Lieferanten.
Selbstmischen kann nachhaltig sein, wenn Sie nachfüllbare Flaschen nutzen, größere Basen einkaufen und Reste sinnvoll kombinieren. Kalkulieren Sie die Kosten pro ml, um zu sehen, ab wann sich die Eigenproduktion lohnt. Vergessen Sie nicht die Kosten für Sicherheitsausrüstung und mögliche Entsorgungsvorgänge.
Das liquids selber machen eröffnet Spielraum für kreative Kombinationen und individuelle Anpassungen. Mit den richtigen Grundlagen, Sicherheitsmaßnahmen und einem systematischen Vorgehen können Anfänger wie Fortgeschrittene befriedigende Ergebnisse erzielen. Nutzen Sie einfache Rezepte als Ausgangspunkt, dokumentieren Sie Ihre Schritte und lernen Sie durch iteratives Anpassen.
Für tiefergehende Informationen empfehlen sich Fachforen, Herstellerdatenblätter zu Aromen und Basen sowie Tutorials von erfahrenen Mixern. Bleiben Sie immer up-to-date bezüglich Sicherheits- und Gesundheitsinformationen.